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Streik auf der Hochbahn beendet – Verzögerungen weiterhin möglich | NDR.de – Nachrichten

Stand: 3. Februar 2024 7:10 Uhr

Nach dem 24-stündigen Warnstreik im Nahverkehr fahren Busse und U-Bahnen in Hamburg wieder. Spätestens am Vormittag sollen alle Linien wieder nach Fahrplan fahren.

U-Bahnen und Busse in Hamburg fahren wieder. Der Warnstreik endete heute Morgen um 4 Uhr, wie NDR 90,3 berichtete. Spätestens um 9 Uhr soll laut Hochbahn wieder alles nach Plan laufen. In Schleswig-Holstein streikt der Nahverkehr bis morgen. Deshalb werden bis Sonntag bundesweit nur noch wenige Busse unterwegs sein.

Streik brachte Bus- und U-Bahn-Verkehr zum Erliegen – Notbetrieb auf der U3

Hunderttausende Menschen im Großraum Hamburg waren am Freitag vom Warnstreik der Hochbahn und des Busunternehmens VHH betroffen. U-Bahnen und Busse fuhren größtenteils nicht. Auf der Linie U3 herrschte bis zum Abend Notbetrieb im 20-Minuten-Takt. Auch einzelne Buslinien verkehrten im Notbetrieb. Die Hochbahn konzentrierte sich auf Strecken, die einen Anschluss an die S-Bahn bieten. Die Verkehrslage auf Hamburgs Straßen sei entspannt.

Kundgebung und Demonstration in der Innenstadt

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn und andere Demonstranten marschierten über den Dammtordamm in Richtung Innenstadt.

Unter dem Tenor „Erleichterung für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr“ fand am Mittag eine Prozession in der Innenstadt statt. Nach der ersten Kundgebung marschierten die Demonstranten durch die Innenstadt. Nach der Abschlusskundgebung endete die Demonstration im Bereich Besenbinderhof.

Hamburger S-Bahn und Hafenfähren nicht betroffen

Die zum Deutschen Bahn-Konzern gehörende Hamburger S-Bahn war von dem Streik nicht betroffen. Außerdem verkehrten die HADAG-Hafenfähren sowie die Regionalzüge und der AKN-Busersatzverkehr.

Reinhard Postelt © NDR Foto: Marco Peter

AUDIO: Warnstreik an Hochbahn betrifft rund eine Million Menschen (1 Min)

Der Schlag traf auch VHH

Darüber hinaus hatte ver.di die Mitarbeiter der Hamburg-Holsteinischen Verkehrsbetriebe (VHH) zum Warnstreik aufgerufen. Die VHH bedient vor allem Buslinien im schleswig-holsteinischen Umland von Hamburg. Auf der VHH-Website hieß es, dass auch die Schulbuslinien vom Streik betroffen seien. Die VHH konnte daher keinen Bustransport für Studierende anbieten. In Hamburg war am Freitag schulfrei.

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Gabriel Riesner von der Gewerkschaft ver.di gibt ein Interview am Hamburger Bahnhof Dammtor.  © NDR Foto: Anna Rüter

2 Minuten

Gewerkschaftssekretär Gabriel Riesner im Interview mit Reporterin Anna Rüter. 2 Minuten

Besondere Situation in Hamburg

Ver.di hatte in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Im Wesentlichen geht es dabei um die Tarifverträge, die Arbeitsbedingungen, wie etwa Arbeitszeiten und Urlaubstage, regeln. Doch die Situation in Hamburg ist speziell: Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen unterliegen die Hochbahn und die VHH nicht dem Gebietstarifvertrag, sondern einem Haustarifvertrag. Nach Angaben des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) streikten am Freitag neben Hochbahn und VHH auch die Unternehmen Autokraft, KViP und VLP im HVV-Gebiet.

Ver.di fordert kürzere Arbeitszeiten und mehr Urlaub

Ver.di streikte bei der Hochbahn wegen Gehältern nicht. Bis zum Sommer gilt hier ein Tarifvertrag mit Friedensverpflichtung. Die Gewerkschaft nutzt den ausgelaufenen Tarifvertrag zum Streik. Es fordert eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und 32 Urlaubstagen pro Jahr. Im Gegensatz dazu bietet die Hochbahn Mitarbeitern im Schichtdienst bis zu 25 zusätzliche freie Tage an – fünf für Nachtschichten, bis zu elf, wenn sie älter sind, drei, wenn sie schon lange im Unternehmen sind. Laut Hochbahn würden die Klagen von ver.di rund 100 Millionen Euro kosten. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Hochbahn nur Mitarbeitern im Schichtdienst mehr biete.

Hochbahn ist vom Streik „überrascht“.

Hochbahn-Personalleiterin Saskia Heidenberger sagte, sie sei „sehr überrascht über den Streikaufruf“. Sie verwies auf konstruktive Gespräche mit der Gewerkschaft. Man sei sich bereits in mehreren Punkten einig und habe sich bereits auf den nächsten Verhandlungstermin geeinigt. Die VHH-Geschäftsführung verwies darauf, dass sie bereits „einen attraktiven Vorschlag für den Gesamttarif vorgelegt“ habe, den ver.di jedoch nicht angenommen habe. Die VHH arbeitet derzeit an dem Arbeitgeberangebot, das am 22. Februar in einer Verhandlungsrunde besprochen wird.

Weitere Informationen

Reisende stehen in einer Schlange an den Check-in-Schaltern im Terminal 1 des Hamburger Flughafens.  © picture Alliance / dpa Foto: Bodo Marks

Das Bodenpersonal des Flughafens streikte am Freitag. Der Flugbetrieb mit Starts und Landungen verlief jedoch weitgehend normal. mehr

Auf dem Gelände des Verkehrsbetriebes Aktivbus in Flensburg verkehren mehrere Busse.  © NDR Foto: Tobias Gellert

Nach den Arbeitsniederlegungen am Freitag läuft in den anderen norddeutschen Bundesländern bereits alles nach Plan. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.02.2024 | 07:00 Uhr

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Adelbert

Hallo, ich bin Adelbert. Ich bin Nachrichtenautorin und es liegt mir am Herzen, wichtige Geschichten zum Leben zu erwecken. Ich schreibe nun schon seit Jahren und liebe die Herausforderung, die richtigen Worte zu finden, um eine Geschichte auf interessante Weise zu erzählen. Meine Lieblingsthemen sind Politik und aktuelle Ereignisse, und ich bemühe mich, den Lesern genaue Informationen zu liefern, die ihnen helfen können, fundierte Entscheidungen zu treffen. Wenn ich nicht schreibe, genieße ich es, neue Orte zu erkunden und neue Leute kennenzulernen.
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