Deutschland

Netflix, Heizung ersetzen, Medikamente – was sich im Februar für Verbraucher ändert

von Carmen Brehme, MDR-Wirtschaftsredakteurin

30. Januar 2024, 16:35 Uhr

Ab Februar soll die Beantragung eines KfW-Förderkredits zur Erneuerung von Heizungsanlagen möglich sein. Wenn es um die Zuzahlung von Medikamenten geht, wird es für manche günstiger. Auch bei den Streaming-Anbietern Netflix, Amazon und Spotify stehen Veränderungen an.

Verbesserung der Zuzahlungen für Medikamente

Für verschreibungspflichtige Medikamente müssen in der Regel Nachzahlungen geleistet werden, die die Apotheken dann an die Krankenkassen weitergeben. War die vorgeschriebene Menge noch nicht vorrätig und wurden dadurch mehrere Packungen ausgegeben, richtete sich die Zuzahlung nach der Anzahl der ausgegebenen Packungen. Ab dem 1. Februar wird bei fehlenden Großpackungen die vorgeschriebene Dosierungsmenge als Berechnungsgrundlage herangezogen.

Netflix, Amazon Prime Video und Spotify: Änderungen bei drei großen Streaming-Anbietern

Netflix wird Ende Februar den Support für ältere Sony-Fernseher einstellen, wie Sony auf seiner Homepage bekannt gab. Dies gilt für eine Vielzahl von Geräten aus den Produktionsjahren 2011 bis 2013. Grund seien „technische Einschränkungen“. „Nach diesem Datum wird der Netflix-Dienst von den unten aufgeführten Geräten entfernt“, erklärt Sony. Die App verschwindet dann. Betroffen sind auch Blu-ray-Modelle aus diesem Jahrgang.

Filme und Serien Amazon Prime Video ohne Werbung ist erst ab dem 5. Februar gegen einen Aufpreis von 2,99 Euro erhältlich. „Damit können wir weiterhin in attraktive Inhalte investieren und diese Investitionen über einen langen Zeitraum weiter steigern“, begründet die Online-Plattform den Schritt. Kunden des Angebots wurden vorab per E-Mail darüber informiert.

Auch bei Spotify Premium-Abonnements es geht um Geld. Der Streaming-Anbieter hatte bereits im Herbst angekündigt, seine Preise zu erhöhen. Kunden haben bis zum 28. Februar Zeit, mitzuteilen, dass sie nicht mehr bezahlen oder ihr Abo kündigen möchten. Hier besteht Handlungsbedarf. „Wenn ein Nutzer der Preiserhöhung widerspricht oder dieser nicht ausdrücklich zustimmt, wird sein Premium-Abonnement automatisch zum 28. Februar 2024 gekündigt und er wird auf den kostenlosen Dienst Spotify Free umgestellt“, erklärt das Online-Magazin „Chip“. Dies würde bedeuten, dass einige Funktionen verloren gehen würden, die Klangqualität jedoch gleich bleiben würde.

Förderdarlehen für Heizungstausch

Für selbstgenutzte Einfamilienhäuser wird es Förderkredite der KfW für die Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme geben. Bewerbungen können voraussichtlich ab dem 27. Februar eingereicht werden. „Voraussetzung hierfür ist ein abgeschlossener Liefer- oder Leistungsvertrag mit einem Fachbetrieb für Heizungsersatz, der zusammen mit dem Förderantrag eingereicht werden muss.“ „Nach der Antragstellung erhalten die Antragsteller eine automatisierte Benachrichtigung, dass ihr Antrag genehmigt wurde“, heißt es auf der Homepage der Förderbank. Eine Antragstellung ist auch rückwirkend für Projekte möglich, die ab dem 1. Januar 2024 begonnen haben. Idealerweise könnte die Förderung 70 Prozent betragen, maximal jedoch 21.000 Euro.

Mehr Verbraucherschutz für digitale Dienste

Am 17. Februar tritt das „Digital Services Act“ in Kraft, das Verbrauchern mehr Sicherheit bei der Nutzung der Dienste von Online-Märkten, App-Stores und Social-Media-Plattformen bieten soll. „Es gilt für alle digitalen Dienste, die Verbrauchern Waren, Dienstleistungen oder Inhalte bereitstellen“, erklärte die Bundesregierung. Die Websites sollten transparent und übersichtlich sein und Nutzer nicht durch manipulative Gestaltung zu Entscheidungen verleiten.

Auch für personalisierte Werbung gelten strengere Regeln. Dies sollte nicht mehr ohne Einwilligung gespielt werden und es sollte nicht auf sensiblen Daten – wie Herkunft, sexueller Präferenz oder politischer Meinung – basieren. „Gezielte Werbung auf der Grundlage von Kinderprofilen ist nicht mehr zulässig“, sagt die Europäische Kommission. Illegale Inhalte sollen einfacher gemeldet und schneller entfernt werden. Hierzu zählen auch Hassreden und zum Verkauf angebotene gefälschte Produkte. Seit August 2023 müssen Online-Giganten mit mehr als 45 Millionen Nutzern in der EU die Auflagen einhalten. 19 Anbieter hat die Europäische Kommission nach Prüfung ihrer Nutzerdaten dieser Kategorie zugeordnet. Hierzu zählen unter anderem Facebook, Wikipedia und Google Maps.

Herkunftskennzeichnung für unverpacktes Fleisch

Unverarbeitetes und vorverpacktes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch musste zuvor mit dem Land gekennzeichnet werden, in dem das Tier aufgezogen und geschlachtet wurde. Ab dem 1. Februar 2024 gilt dies auch für lose angebotene Ware, beispielsweise an der Fleischtheke, und zwar für frisches, gekühltes und gefrorenes Fleisch dieser Tierarten.

Für Rindfleisch gilt bereits eine Kennzeichnungspflicht für alle Produkte, die im Zuge des BSE-Ausbruchs im Jahr 2000 eingeführt wurde. „Ein einheitliches Siegel ist nicht geplant, anders als bei der Tierhaltungskennzeichnung, die ab September 2025 verpflichtend sein wird – zunächst bezogen.“ zur Schweinemast. , erklärt ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf MDR-Anfrage.

Einheitliches SV-Meldeportal

Ab 2024 sollen Arbeitgeber und Selbstständige für die Meldung an die Sozialversicherungsträger nur noch das im Oktober gestartete „SV-Meldeportal“ nutzen. Das weiterhin von vielen genutzte Portal sv.net wird komplett ersetzt und Ende Februar endgültig abgeschaltet.

Halbierung der Ersatzfreiheitsstrafe

Wer Geldstrafen nicht zahlt, kann vom Gesetzgeber eine Ersatzfreiheitsstrafe erhalten. Bisher galt: ein Tag Haft pro Tagessatz. Der Umrechnungsfaktor wird nun halbiert. Dies war ursprünglich für den 1. Oktober 2023 geplant, musste aber mangels neuer Software verschoben werden. „Soweit die Länder für den Vollzug dieser Regelung zuständig sind, ist es ihre Aufgabe, die Umsetzung sicherzustellen und den Bund auf etwaige Umsetzungshindernisse hinzuweisen. Derzeit liegen dem BMJ keine Informationen über solche Umsetzungshindernisse im Land vor.“ „sagt eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums (BMJ) auf MDR-Anfrage.

Mehr Nachhaltigkeit bei Batterien

Ab dem 18. Februar gelten die ersten Regelungen der neuen EU-Verordnung für Batterien, die in Verkehr gebracht werden dürfen. Sie betreffen alle Arten von Batterien und deren gesamten Lebenszyklus, von der Herstellung und Zusammensetzung über die Leistung bis hin zur Entsorgung. „Batterien sind ein Schlüsselprodukt für die Energiewende und zur Erreichung der EU-Klimaziele“, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke im Juli 2023 nach der Verabschiedung der EU-Verordnung, die am 17. August 2023 in Kraft trat Indem wir die Ressourcen aus Altbatterien nutzen, verbessern wir das Recycling und reduzieren den umweltschädlichen Bergbau in anderen Teilen der Welt“, fuhr sie fort.

Eine sechsmonatige Frist zur Umsetzung ist inzwischen abgelaufen. Eine der ersten Neuerungen ist, dass Batterien von Elektroautos Informationen über ihren CO2-Fußabdruck aufweisen müssen. Bis 2027 kommt es zu weiteren schrittweisen Änderungen bei der zunehmend steigenden Sammelquote von Altbatterien, der Pflicht zum Austausch von Batterien beispielsweise in Smartphones und Tablets sowie der Einführung eines digitalen Batteriepasses über einen QR-Code, der Händlern und Verbrauchern Informationen bietet .

Mehr Tierwohl in der Kälberhaltung

Ab dem 9. Februar gilt ein Verbot, Kälber auf Betonlatten zu halten. Diese Änderung der Tierschutz- und Nutztierhaltungsverordnung trat vor drei Jahren in Kraft. Für bereits vor Ablauf der Frist genehmigte Ställe galt jedoch noch eine Übergangsfrist. Jungtiere bis zum Alter von sechs Monaten müssen nun über eine trockene und weiche oder elastisch verformbare Liegefläche verfügen – zum Beispiel mit eingelegten Gummimatten.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | MDR AKTUELL | 31. Januar 2024 | 17:45 Uhr

Adelbert

Hallo, ich bin Adelbert. Ich bin Nachrichtenautorin und es liegt mir am Herzen, wichtige Geschichten zum Leben zu erwecken. Ich schreibe nun schon seit Jahren und liebe die Herausforderung, die richtigen Worte zu finden, um eine Geschichte auf interessante Weise zu erzählen. Meine Lieblingsthemen sind Politik und aktuelle Ereignisse, und ich bemühe mich, den Lesern genaue Informationen zu liefern, die ihnen helfen können, fundierte Entscheidungen zu treffen. Wenn ich nicht schreibe, genieße ich es, neue Orte zu erkunden und neue Leute kennenzulernen.
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