Deutschland

Menschenrechtsaktivist: Erste Massenhinrichtung im Irak seit Jahren

Stand: 24. Januar 2024 14:20 Uhr

Ende Dezember sollen im berüchtigten Nasiriyya-Gefängnis im Irak dreizehn Männer an einem Morgen hingerichtet worden sein. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Mindestens 150 weiteren Männern droht die Hinrichtung.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kam es zum ersten Mal seit Jahren wieder zu einer Massenhinrichtung in einem Gefängnis im Irak. Im Nasiriyya-Gefängnis wurden Ende Dezember an einem Morgen 13 Männer hingerichtet. Mindestens 150 weitere Gefangene laufen Gefahr, ohne Vorwarnung hingerichtet zu werden, wenn Präsident Abdul Latif Rashid ihre Todesurteile bestätigt.

Weder die Verurteilten noch ihre Angehörigen seien vor der Hinrichtung benachrichtigt worden, sagte HRW unter Berufung auf den Anwalt eines Gefangenen. Eines Abends wurden die 13 Männer im Gefängnis über Lautsprecher gerufen, aus ihren Zellen geholt und am nächsten Morgen hingerichtet. Es war ihnen nicht gestattet, vorher ihre Familien oder ihre Anwälte anzurufen.

„Schreckliche Entwicklung“

Die Todesstrafe wurde im Irak im Jahr 2004 wieder eingeführt. Seitdem wurden Hunderte Menschen hingerichtet. Die irakische Regierung argumentierte unter anderem, dass die Todesstrafe aufgrund der schlechten Sicherheitslage im Land und zur Abschreckung von Terroristen notwendig sei. Derzeit befinden sich schätzungsweise 8.000 Gefangene in der Todeszelle. Das Gefängnis in Nasiriyya, das einzige im Land, in dem Hinrichtungen durchgeführt werden, ist als „Der Wal“ bekannt, weil es Menschen verschluckt und dann nicht ausspuckt.

Laut HRW wurden im Jahr 2017 bei einer Hinrichtung 41 Menschen hingerichtet, weitere 38 Menschen innerhalb von drei Monaten. Die letzte Massenhinrichtung fand Ende 2020 statt, bei der 21 Männer hingerichtet wurden. Die Zahl der Todesurteile und Hinrichtungen ist seitdem zurückgegangen – bis zu den neuen Hinrichtungen vor einigen Wochen. Sarah Sanbar, Irak-Expertin der Menschenrechtsorganisation, sprach von einer „schrecklichen Entwicklung“.

Adelbert

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