Eurovision Song Contest 2024: Was dieses Jahr beim ESC anders ist

Neue Regeln, ein anderer Kommentator und die umstrittene Teilnahme Israels: Der 68. Eurovision Song Contest findet in Malmö statt. Interessante Fakten zum Wettbewerb und den Teilnehmern

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Schweden ist zum siebten Mal Gastgeber des Eurovision Song Contest, anlässlich des 50. Jahrestages von Abbas Sieg. Neuerungen wie eine frühere Abstimmung und ein neuer deutscher Kommentator begleiten die Veranstaltung. Isaak Guderian vertritt Deutschland mit „Always on the Run“. Israel sorgt für Diskussionen, trotz Protesten schafft es die israelische Sängerin ins Finale. Thorsten Schorn kommentiert den ESC im deutschen Fernsehen. Regeländerungen betreffen die Big Five und das Televoting.

Eurovision Song Contest 2024: Die Sängerin Nuza Busaladze, Georgien mit dem Lied
Sängerin Nuza Busaladze, die Georgien mit dem Lied „Firefighter“ vertritt, tritt beim zweiten ESC-Halbfinale in der Malmö Arena auf.
© Ida Marie Odgaard/​Ritzau Scanpix/​AFP/​Getty Images

Schweden ist zum siebten Mal in seiner Geschichte Gastgeber des Eurovision Song Contest – ein passender Ort, denn mit dieser Ausgabe des ESC ist ein besonderes Jubiläum verbunden. Es gibt mehrere Neuerungen: ein früheres Schlussvoting, ein bekannter Neuzugang und im deutschen Fernsehen begleitet eine neue Stimme das Publikum durch den Abend. Wir haben das Wichtigste zum ESC 2024 zusammengefasst:

Jubiläum: 50 Jahre Abba mit „Waterloo“

1974 veröffentlichte Abba das Lied Waterloo die ESC-Trophäe nach Schweden. Die Band ist längst zu einer Pop- und ESC-Legende geworden – da passt es, dass das Musik-Mega-Event 50 Jahre später wieder in Schweden stattfindet. Denn letztes Jahr hat Loreen gewonnen Tätowieren. Neben Irland hat Schweden den Musikwettbewerb am häufigsten gewonnen, nämlich sieben Mal.

Das erste Halbfinale fand am Dienstag statt, das zweite folgt am Donnerstag. Anschließend werden die 26 Teilnehmer für das Finale am Samstag ermittelt. Die Veranstaltungen werden live im Ersten übertragen. Am Samstag geht es um 21 Uhr los

Wer tritt für Deutschland an?

In der deutschen ESC-Vorrunde setzte sich der 29-jährige Isaak Guderian unter anderem gegen seine Konkurrenten durch Max Mutzke und Marie Reim, Tochter des Schlagersängers Matthias Reim. Warum hat er gewonnen? „Vielleicht lag es an der Ruhe, die ich bewahrt habe“, sagte er nach seinem Sieg. Alle Analysen und alle Spekulationen hatte er im Vorfeld online ausgeblendet.

Isaak stammt aus Ostwestfalen und war lange Zeit als Straßenmusiker tätig. 2011 trat er in der Talentshow auf X Faktor 2021 gewann er die digitale Talentshow Zeigen Sie Ihr Talent. Isaak spielt das Lied in Malmö Immer in Eile bei. Nach eigener Aussage hätte er mit einem letzten Platz im Finale kein Problem: „Wenn es der letzte Platz ist, dann soll es so sein.“ Den ESC-Wettbewerb sieht er vor allem als Chance: „Da schauen 200 Millionen Menschen zu. Wenn du dort auftrittst und nur ein Prozent des Publikums sich für dich begeistern kann, dann hast du zwei Millionen neue Fans“, sagte er dem ZDF. „Und dann wirst du ein besseres Leben haben als zuvor.“

Proteste gegen die Beteiligung Israels

Die Veranstalter betrachten den ESC als unpolitische Veranstaltung. Wie in den ESC-Regeln verankert, sollen die Acts ausschließlich nach ihrer musikalischen Darbietung bewertet werden. Dennoch spielen politische Ereignisse im Wettbewerb immer eine Rolle: Viele werden sich an den ESC in Turin im Jahr 2022 erinnern. Damals war der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine präsent, und am Ende siegte die ukrainische Band Kalush Orchestra. Russland darf seit 2022 nicht mehr am ESC teilnehmen.

In diesem Jahr sorgte die Teilnahme Israels an der Veranstaltung und der israelische Beitrag bereits im Vorfeld für Diskussionen. Der Originalsong des Sängers Eden Golan wurde von der organisierenden European Broadcasting Union (EBU) zweimal abgelehnt. Der Grund: zu politisch. Daraus sind die Vorschläge geworden Oktoberregen Und Für immer tanzen Endlich das letzte Lied Hurrikan, was die EBU erlaubte. Dies ist eine neue Version von Oktoberregen, in dem die kritisierten Passagen gestrichen wurden. Der israelische Präsident Izchak Herzog soll sich beim zuständigen israelischen Sender Kan für eine Änderung des Textes eingesetzt haben. Israel müsse sich in einer Zeit zu Wort melden, in der diejenigen, die das Land hassen, versuchten, es auszuschließen und zu boykottieren, sagte Herzog laut Sender.

Zahlreiche Stimmen wurden laut, Israel wegen des Krieges im Gazastreifen komplett aus dem ESC auszuschließen. Polizeiberichten zufolge versammelten sich am Donnerstag mehr als 10.000 Menschen zu einem Protestmarsch durch die Stadt Malmö zum zweiten Halbfinale. Unter ihnen war auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Trotz der Proteste wählte das Publikum am Samstag den israelischen Sänger Golan ins Finale. Für den letzten Tag sind weitere Demonstrationen geplant.

Golan darf ihr Hotel derzeit nur für Proben, Auftritte und Pressetermine verlassen, da das Risiko für sie als zu hoch eingeschätzt wird. Darüber hinaus hat die EBU inzwischen das Zeigen palästinensischer Flaggen bei ESC-Veranstaltungen verboten. Auch für Malmö gilt für Israelis eine Reisewarnung. Was außerdem für Aufsehen sorgte: Kurz vor Beginn des ESC kam es in Malmö zu einer polizeilich genehmigten Koranverbrennung. Auch eine palästinensische Flagge soll in Brand gesteckt worden sein.

Ein neuer TV-Kommentator

Für diejenigen, die den ESC jedes Jahr im Fernsehen verfolgen, war die Stimme von Peter Urban lange Zeit ein ständiger Begleiter der Veranstaltung. Letztes Jahr war er zum letzten Mal Gastgeber des ESC. Im Anschluss an Urban folgt Radio- und Fernsehmoderator Thorsten Schorn, der in diesem Jahr das Halbfinale und das Finale kommentieren wird.

Die neue Besetzung wurde Anfang April bekannt gegeben, Schorn sagte kurz darauf: „Als Deutschland 1982 mit ‚Ein bisschen Frieden‘ siegte, war ich sechs und habe mich gefreut, als wären wir Fußball-Weltmeister geworden.“ Er nimmt das Fernsehpublikum in Deutschland an die Hand – „und gemeinsam erleben wir die größte Musikshow der Welt.“

Der 48-Jährige ist unter anderem als Radiomoderator beim Westdeutschen Rundfunk sowie als Fernsehmoderator bei ARD und RTL bekannt. Er kommentiert die Vox-Stylingshow aus dem Off Shopping-Königin mit Guido Maria Kretschmer. Laut NDR wirkte er auch in verschiedenen Formaten früherer ESCs im Radio und Fernsehen mit.

Wer singt sonst noch für die Trophäe?

Zwei der diesjährigen Acts stehen ganz oben auf der Prognose: Nemo Der Code für die Schweiz und Babylasagne Rim Tim Tagi Dim für Kroatien.

In diesem Jahr liegt Deutschland hinter Schweden und der Ukraine auf dem dritten Platz von 26. Erfahrungsgemäß ist dies eine recht gute Ausgangslage, da das unmittelbare Umfeld nicht aus Topfavoriten besteht.

Der Niederländer Joost Klein hat unter anderem in den sozialen Medien bereits viele Menschen begeistert. Er singt sein Lied Europapa bei. Und auch der britische ESC-Beitrag ist kein Unbekannter: Olly Alexander feierte bereits mit seiner ehemaligen Band Jahre & Jahre musikalische Erfolge. Er performt seinen Song beim ESC Schwindlig bei.

Es gibt auch ein gefeiertes Comeback: Luxemburg ist zum ersten Mal seit 31 Jahren wieder beim ESC und schickt Sängerin Tali mit ihrem englisch-französischen Lied Kämpfer ins Rennen. Australien, das seit 2015 am europäischen Wettbewerb teilnehmen kann, schied am Dienstag im ersten Halbfinale aus. Russland ist seit dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 vom ESC ausgeschlossen und wird auch in diesem Jahr nicht teilnehmen.

Altes Spiel mit neuen Regeln

Beim ESC gibt es in diesem Jahr mehrere Regeländerungen. Die sogenannten Big Five treten nun im Halbfinale an, haben sich aber weiterhin einen festen Platz im Finale gesichert. Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind die Big Five – die wichtigsten Geberländer des ESC. Die neue Regelung soll ihnen die Möglichkeit geben, genauso oft aufzutreten, beim Wettbewerb Präsenz zu zeigen und ihr Lied vor einem großen Publikum einzuüben wie die anderen Länder.

Neben den Big Five steht auch das Gastgeberland, in diesem Jahr Schweden, bereits sicher im Finale. Die restlichen 20 der 26 teilnehmenden Länder werden aus den beiden Halbfinals addiert: jeweils zehn kommen vor.

Auch bei der Punktevergabe gibt es erstmals Änderungen. Doch zunächst die bestehenden Regeln: Jedes teilnehmende Land stellt eine Jury aus fünf Experten. Sie wählen ihre zehn Favoriten aus und vergeben Punkte von eins bis zwölf. Sowohl im Halbfinale als auch im Finale darf keiner der Experten für sein eigenes Land stimmen. Dann gibt es noch das Televoting, die andere Hälfte der Punkte wird am Ende vergeben. Es gibt den Zuschauern die Möglichkeit, das Endergebnis mitzubestimmen. Aus beiden Punkten, denen der Experten und denen des Publikums, wird das Endergebnis addiert.

Die Regeländerung beim Voting betrifft die Dauer, in der Zuschauer live ihre Stimme abgeben können. Sie können jetzt ab Ihrem ersten Auftritt zu Beginn der Veranstaltung abstimmen. Dadurch soll das Televoting insgesamt gerechter werden, da das Publikum abstimmen kann, während die Eindrücke einzelner Beiträge noch vorhanden sind. Bisher war es so, dass die Stimmabgabe erst nach vollständiger Bearbeitung aller Beiträge möglich war.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

Amelia

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