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Bürgerbefragung: Paris stimmt für dreimal höhere SUV-Parkgebühren

Stand: 5. Februar 2024 00:43 Uhr

In der französischen Hauptstadt stimmte eine knappe Mehrheit für eine Verdreifachung der Parkgebühren für schwere Stadt-Geländewagen. Dies ist auch das Ziel der Pariser Regierung. Der Sondertarif soll nur für Besucher gelten.

Bei einer Bürgerbefragung in Paris stimmte eine Mehrheit für eine deutliche Erhöhung der Parkgebühren für schwere Stadt-Geländewagen. Damit setzte die Stadtverwaltung ihren Plan um, wonach eine Stunde Parken für SUVs und andere schwere Autos im Zentrum 18 Euro statt der üblichen 6 Euro und in den Außenbezirken 12 Euro statt 4 Euro kosten soll. Für sechs Stunden Parken im Zentrum müssen Sie 225 Euro statt bisher 75 Euro zahlen. Die Neuregelung soll ab dem 1. September dieses Jahres in Kraft treten.

Unter dem Motto „Mehr oder weniger SUVs in Paris?“ beteiligten sich rund 1,3 Millionen Einwohner der französischen Hauptstadt an der Abstimmung. angerufen. Rund 54,5 Prozent stimmten für eine Erhöhung der Parkgebühren, rund 45,5 Prozent dagegen. Den vorläufigen Endergebnissen zufolge beteiligten sich nur knapp sechs Prozent der Bürger an der Abstimmung.

Bürgermeister befriedigt

„Die Pariser sind die Vorreiter einer Bewegung, viele Städte werden sicherlich diesem Beispiel folgen“, sagte Bürgermeisterin Anne Hidalgo nach der Entscheidung. „Sie wollen diesen schweren Autos auf den Straßen Platz wegnehmen, aus Umwelt- und Sicherheitsgründen.“ Die Entscheidung ist gut für den Planeten und für die Gesundheit.

Vertreter der Autolobby kritisierten die Entscheidung: Schon vor der Abstimmung startete der Automobilclub „40 millions d’automobilistes“ eine Petition gegen höhere Parkgebühren für schwere Autos, die neben Paris auch in Lyon, Bordeaux und Grenoble geplant sind. „Täuschen Sie sich nicht: Dieser Krieg gegen SUVs ist nur ein Schlupfloch, um das Auto als Ganzes auszurotten“, heißt es darin.

Unterstützung erhielt der Pariser Ansatz vom Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol. Er forderte ein Eingreifen der Regierung gegen die zunehmende Verbreitung städtischer Geländefahrzeuge (SUVs). „Es ist von entscheidender Bedeutung, die Probleme zu lösen, die sie hinsichtlich des zusätzlichen Energiebedarfs, der Anforderungen an den öffentlichen Raum und der zusätzlichen Gefahr für Fußgänger mit sich bringen“, sagte Birol der Zeitung Les Échos.

Ausgenommen sind Bewohner, Gewerbetreibende und Pflegedienste

Das Argument der Stadt für höhere Gebühren für SUVs: Die schweren Karosserien verursachten eine erhöhte Umweltbelastung, beanspruchten viel öffentlichen Raum und gefährden die Verkehrssicherheit. Der Sondertarif für große Autos sollte die Belästigung begrenzen.

Lediglich Besucher sollen den Sondertarif für SUVs zahlen, Anwohner sollen ausgenommen sein, ebenso Handwerker und Pflegedienste. Der Tarif soll für Verbrenner- und Hybridmodelle ab 1,6 Tonnen sowie Elektromodelle ab zwei Tonnen gelten. Die Regelung gilt nicht für private Parkhäuser.

Stefanie Markert, ARD Paris, tagesschau, 4. Februar 2024 23:33 Uhr

Adelbert

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